Vereinheitlichung des Städtebilds

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und mit Beginn der Besatzungszonen in Deutschland kam es schnell zu einer Erneuerung des Städtebilds. Vor allem in der Deutschen Demokratischen Republik, dem östlichen Teil Deutschlands der von Russland kontrolliert wurde und zu einem sozialistischen Staat umgemodelt werden sollte, wurden die Städte oft sehr einheitlich und gleich gestaltet.

Das lag nicht nur daran, dass das prunkvolle alte Städtebild nicht in den kommunistischen Grundgedanken passte, sondern weil Thüringen, Sachsen und die anderen östlichen Staaten regelrecht in Grund und Boden gebombt wurden, da dort viel Industrie ansässig war.

Aber nicht nur im sozialistischen Teil Deutschlands wurden alte Prunkbauten durch funktionale Plattenbauten ersetzt. In Stuttgart, der Landeshauptstadt Baden-Württembergs im Südwesten der Republik, wurde das alte Rathaus durch einen brutalistisch anmutenden Betonklotz ersetzt und das Kopfsteinpflaster des Vorplatzes wurde durch breite Betonplatten ausgetauscht. Im Norden der Republik, in der Hansestadt Hamburg, wurden kleine Siedlungen mit ehemaligen Seefahrer-Häusern abgerissen, um riesige Wohnkomplexe und Hochhäuser zu bauen, in die deutlich mehr Menschen passen als in ein Einfamilienhaus. Dabei wurde wenig wert auf die Schönheit des Bauwerks, sondern eher auf die Funktionalität und die Kosten geachtet.

Und selbst außerhalb Deutschlands, in Städten wie London, Madrid oder Prag, wurden alte, historische Bauten abgerissen und durch große Wohn- und Bürokomplexe in Schnellbauweise ersetzt, die zwar nicht schön aussehen, aber sehr modular waren – und für die damalige Zeit einen modernen Touch hatten, der einen die Schrecken des soeben beendeten Weltkrieges etwas vergessen lies. So wurden viele historische Stadtkerne zerstört und durch Betonwüsten ersetzt.