Architektur im Wandel der Zeit

Häuser und andere Gebäude sind mehr als nur große Bauten, in denen wir leben und arbeiten. Sie erzählen auch Geschichten aus der Zeit, in der sie entstanden sind, was sie alles überdauert haben und sie verraten uns oft, wie Städte vor 20, 50, 100 Jahren ausgesehen haben müssen. Denn auch wenn die meisten Gebäude nur zu einem bestimmten Zweck erbaut werden und nicht, um schön auszusehen, so sind sie doch immer ein Zeuge ihrer Zeit: die architektonischen Standards der jeweiligen Epoche geben Ausschluss darüber, wann sie erbaut wurden und was vielleicht auch ihr ursprünglicher Nutzen war.

Das Wort „Architektur“ kommt vom griechischen und lateinischen „architectura“ und bedeutet so viel wie „Baukunst“. Das ursprüngliche griechische Wort, von dem sich auch die lateinische Schreibweise ableitet, bedeutet eigentlich „oberster Baumeister“ und war eine Beschreibung für den Beruf, den wir heute „Architekt“ nennen. Heute beschreibt das Wort einerseits die Arbeit beziehungsweise die Ausbildung des Architekten, wird aber auch synonym für den Aufbau von etwas genutzt. Dabei ist es egal, ob dieser Aufbau wirklich physisch ist oder nur einem Theorem entspricht, wie zum Beispiel bei einem Computerprogramm oder Hardware, in deren Zusammenhang auch oft von „Architektur“ gesprochen wird und der logische Aufbau gemeint ist.

Epochen in der Architektur

Wie bereits eingangs erwähnt, ist Architektur ein guter Indikator für die Zeitspanne, in der ein bestimmtes Gebäude entstanden ist. Denn über die Jahrzehnte, sogar Jahrtausende haben sich die Standards, nach denen ein Gebäude gebaut wurde, verändert und an neue Bedürfnisse, Methoden und Bausubstanzen angepasst. So wurden zum Beispiel nach 1945 vor allem Plattenbauten aufgestellt, da diese zwar nicht sonderlich schön aussehen, aber extrem schnell und günstig viel neuen Wohnraum ermöglichen. Bevor die Fertigbauweise ihren Einzug in den Häuserbau hatte, war in Süddeutschland vor allem Fachwerk der State of the Art, während in Norddeutschland vorrangig gemauert wurde. Und schaut man sich modene Gebäude an, so wird hier ebenfalls eher eine Art von Plattenbauweise bevorzugt, jedoch gemischt mit einem gewissen Maß an Mauerwerk und einer Art Fachwerk aus Stahl und Stahlbeton, das maximale Stabilität bei enormer Baugeschwindigkeit ermöglicht. Durch diese großen Unterschiede in der Bauweise können selbst Laien schnell bestimmen, aus welcher Epoche ein Gebäude ist – zumindest ungefähr.

Architektur als Ausdruck für Reichtum

Aber das Aussehen eines Gebäudes lässt nicht nur Rückschlüsse auf sein Alter zu, sondern auch auf die Art der Verwendung und auf die monetären Verhältnisse der Bewohner. So sind Wohn- und Bürogebäude von reichen Menschen oder Firmen mit Fokus auf Kundenkontakt eher prunkvoll und ausladend, während zum Beispiel ein Mietshaus für die untere Mittelschicht weniger auf Schönheit und Prunk, sondern mehr auf Funktionalität aus ist. Ebenso sind Firmen, die im Handwerk angesiedelt sind oder weniger Kundenkontakt haben nicht unbedingt auf eine schöne Eingangshalle angewiesen, aber durchaus auf Funktionalität und Platz.